Masterplan SACHSENTAKT 21 - Qualitätsoffensive für den Bahnverkehr in Sachsen
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10. März 2010

Weichen stellen für den Nahverkehr rund um Pirna

Mehr Bahn für alle! Weichen stellen für den Nahverkehr rund um Pirna – dieses Thema führte knapp 20 Interessierte am Dienstagaben (9.3.) zur Podiumsdiskussion in den Grünen Laden Pirna.

Mit Claus Krüger moderierte ein engagierter kompetenter Architekt und grüner Kreistagsabgeordneter den Abend. Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, gelang es deutlich zu machen, warum wir aus demographischen, klimapolitischen und finanziellen Gründen jetzt im Verkehrsbereich einen wirklichen Schub hin zum Öffentlichen Verkehr benötigen. Wer die Sicherung einer Grundmobilität für alle auch lokal ernst nimmt, kommt an den knapp 26 Prozent Pirnaer Haushalten, die über kein Auto verfügen, nicht vorbei.

Dass eine relevante Erhöhnung der Fahrgastzahlen und Verbesserung des Angebote des Öffentlichen Verkehrs in Zeiten sich verschlechternder finanzieller Spielräume nicht zwangsläufig mehr Geld kosten muss, legte der Verkehrsplaner Fritjof Mothes (Stadtlabor Leipzig) in seinem engagierten Vortrag dar. Am Beispiel Rheinland Pfalz und der Schweiz konnte er nachweisen, dass eine effiziente, übersichtliche und zuverlässige Vertaktung und Verknotung der verschiedenen Busse und Bahnen das Herz einer Revolution für den Öffentlichen Verkehr ausmacht. Die konkreten Vorschläge des durch ihn in Zusammenarbeit mit der GRÜNEN Landtagsfraktion erarbeiteten Masterplanes SACHSENTAKT 21 umfassen neben der Einführung von Taktbussen, differenzierten Angeboten wie Sammeltaxis im ländlichen Raum, Streckenflügelung auch die Einführung des Ein-Stunden-Taktes zwischen allen größeren sächsischen Städten.

Credo seines Vortrages: Was nützen millionschwere Streckeninvestitionen und Zeitgewinne von wenigen Minuten zwischen zwei Städten, wenn jegliches Umsteigen danach unkoordiniert und mit hohen Wartezeiten verbunden ist?

Mehr als einstündige breite Diskussion

Nach dem Eva Jähnigen noch kurz und pointiert über politische Verantwortlichkeiten und die administrativen Zuständigkeiten für den Öffentlichen Schienenpersonen-Fernverkehr, Schienenpersonen-Nahverkehr und Straßenbahn- und Busverkehres informierte, war der Startschuss für eine mehr als einstündige breite Diskussion gegeben.

Da im Publikum neben Vertretern des Kreistages, der VVO-Versammlung, von Bürgerinitiativen wie -Lückenschluss Sebnitz-Dolni Poustevna- auch der Pirnaer Bürgermeister anwesend war, konnte sehr offen und konkret diskutiert werden.

Problematisiert wurde u.a., dass die bereits durch das Land zugesagt Finanzierung des Bahnhofsvorplatzes/ Busterminals als wichtige Schnittstelle zwischen Bus und Bahn sich momentan begründungslos verzögert. Die vorgeschlagenen Reaktivierungen bzw. Optimierungen von Streckenanbindungen vor allem in Richtung Tschechien und Cottbus wurden als zielführend eingeschätzt. Die Vorplanungen zu einer Tiefgarage unter dem Altmarkt wurden von einem überwiegenden Teil der Anwesenden sehr kritisch gesehen. Vorgeschlagen wurde ganz konkret die Verwendung von kommunalen Stellplatzablösemitteln nach § 49 (1) der Sächsischen Bauordnung für investive Maßnahmen des Radverkehrs zu nutzen, da das Radkonzept für Pirna völlig unterfinanziert ist.

Da sämtliche Broschüren des Materplanes SACHSENTAKT 21 im Anschluss vergriffen waren, hoffen wir auf zukünftige Umsetzung des ein oder anderen Vorschlags bei den Verantwortlichen in Zweckverband, Kreistag und Stadtrat.

Mehrfach wurde der Wunsch aus der Zuhörerschaft geäußert, doch mit diesen Informationen und Konzepten wie dem SACHSENTAKT 21 verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen – ein Wunsch dem wir als GRÜNE Landtagsfaktion gern nachkommen werden.


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